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Forum Junge Kunst

Das „Forum Junge Kunst“ hat sich die Pflege des künstlerischen Nachwuchses zum Ziel gesetzt. Daher bieten wir einer jüngeren Künstlergeneration, konkret Künstler/innen, die noch keinen internationalen Bekanntheitsgrad besitzen, die Möglichkeit sich einen Monat lang Sammlern, Galerien, Kuratoren, Museen, Kunstinteressierten und Medien zu präsentieren.


Künstler/in des Monats

Denise Winter

lebt und arbeitet in Köln und Berlin

Am Anfang eines neuen Werkes von Denise Winter steht meist ein situativer Eindruck aus ihrer Umgebung, den sie zunächst fotografisch oder filmisch erfasst. Durch die künstlerischen Mittel von Isolierung, neuer Zusammensetzung und Wiederholung transformiert und verfremdet sie die Vorlage, bis ihre Spuren nur noch erahnbar sind. Ecken, Kanten und Umrisslinien von Architekturen und Straßenansichten werden so in reduzierte Objekte, Skulpturen, fotografische Bilder und Projektionen umgeformt. Bei dem Werk A M aus der Serie der Prototypen werden zum Beispiel Konturen des fotografischen Motivs aus einer weißen Corian-Platte herausgefräst, sodass verschiedene Tiefenebenen und Oberflächenstrukturen entstehen. Die Komposition aus Linien und Formen tritt in den Vordergrund und löst das der Bildvorlage inhärente Figurative ab.
Denise Winter wechselt spielerisch Materialien und Medien. So finden sich in ihrem Werk sowohl spontan anmutende Installationen als auch maschinell aufwändig hergestellte Objekte. Von besonderer Wichtigkeit ist dabei immer die Sichtbarkeit des Prozesses der handwerklichen oder technischen Herstellungsweise.

Die Dias für ihre Projektoren-Installationen wie beispielsweise raumtasten, Raum-Zeit_Fragmente(Damaskus) und kalben_umgekehrt sind ebenfalls per Hand gefertigt. Sie werden in den gesamten Ausstellungsraum hineinprojiziert. Bildausschnitte überlagern sich oder werden um Kanten und in Ecken oder auf Objekte und Personen gelegt. Damit analysiert und fokussiert Denise Winter architektonische Besonderheiten. Es entstehen Raumgrafiken, die sich im Rhythmus der Projektoren und durch die Bewegung der Personen im Raum stetig verändern.

In ihren Schreibmaschinenzeichnungen werden Buchstaben mit einer Schreibmaschine über Kanten und Brüche getippt. Sie verbinden die Papierteile miteinander und erinnern an den Faden einer Nähmaschine, der Stoffteile zusammenhält. Durch das Falten des Papiers entstehen dreidimensionale, beschriftete Formen. Diese Formen werden hier nicht wie in Winters installativen Projektionen und den Objektarbeiten durch die Reduktion von architektonischen Elementen, sondern durch die Größe der Textfelder bestimmt. Sprache und Schrift dienen als Formengeneratoren. Der Text verwandelt sich in eine Zeichnung.

Für die Serie der bewegten Grafiken verwendet die Künstlerin kurze Videosequenzen. Sie zeigen schwarze, wellige oder stachelige, runde Formen. Unein­deutige Stimmen und Geräusche sind zu hören. Die Objekte erscheinen reduziert auf Details oder sind gegen das Sonnenlicht aufgenommen. Dadurch lassen sie sich nur noch als Umrisslinien oder animierte Grafiken erkennen. Diese filmischen Grafiken projiziert Denise Winter auf verschiedene Materialien oder – wie in der Arbeit Acrylglaskastengrafik – auf rotierendes Papier. Wie eine abstrakte und nicht lesbare Typografie erscheinen die kurvenförmigen und geschwungenen Linien der gefilmten Sequenz. Anhand dieser Arbeit wird deutlich, dass Denise Winters Kunstwerke auf reduzierte Weise das Besondere aufzeigen, das sich in alltäglichen Situationen finden lässt, sobald der Blick dafür geschärft ist.
(Text: Samira Yildirim)

www.denisewinter.de


Werke von Denise Winter:

Cameri

Acrylglaskastengrafik

formformform

Schatten_projiziert

Schatten_projiziert

Kalben_umgekehrt

raumtasten

Atrium. Wo das Schaf und der Wolf aus dem Pelz kamen

A M aus der Serie der Prototypen

A M aus der Serie der Prototypen

Bastian Hoffmann

lebt und arbeitet in Köln

Ein Wasserstrahl springt in perfektem Parabelbogen von einem Sockel zum anderen (Ohne Titel, 2014); ein über mehrere Stockwerke reichender Turm aus aufeinandergestapelten Obstkisten schwankt in völliger Harmonie sanft von rechts nach links (Eden was never so close, 2013); ein schwarzes Auto überfließt in vollendeter Gleichmäßigkeit eine dünne Schicht aus Wasser (Maximum Power II, 2014) und ein Felsbrocken schwebt scheinbar mühelos über einem weißen Sockel im Ausstellungsraum (Jürgen, 2013).

In Bastian Hoffmanns Werken, die Video ebenso umfassen wie Skulptur, scheinen die üblichen Gesetzmäßigkeiten nicht mehr zu gelten. Mit scheinbar minimaler Geste irritieren seine Skulpturen unseren Blick, spielen mit unserer Erwartungshaltung und lassen dabei die oftmals aufwendige technische Inszenierung, die ihnen zugrunde liegt, in den Hintergrund rücken.

Ohne zu explizit zu werden, wirft Hoffmann den Betrachter durch seine skulpturalen Eingriffe und humorvollen Brechungen unserer Vorstellung von Realität auf den eigenen Wahrnehmungshorizont zurück und überlässt es ihm selbst, die richtigen fragen zu stellen: Welche Geschichte erzählt uns ein labil schwankender Turm aus Obstkisten, aufgestellt in einem Versicherungsgebäude?

Ebenso durchchoreografiert wie seine skulpturalen Arbeiten sind Bastian Hoffmanns Video-Tutorials, die seit 2012 in stetig wachsender Serie entstehen. Hoffmann greift hier das Phänomen der YouTube-Video-Tutorials auf und führt das DIY-Prinzip mit Hang zur Selbstdarstellung, das dort millionenfach reproduziert wird, ad absurdum. So zeigt er in „Individual Candle“, wie man aus einer industriell produzierten Kerze durch Einschmelzen und Neugießen ein manuell fabriziertes Unikat herstellt oder wie man sich auch im
schönsten Sommer eine Schlammschlacht auf dem eigenen Fahrrad leifern kann („How to prepare a bike, that cycles everyday in mud“).

Man sollte seinen Aufforderungen unbedingt Folge leisten, um den oft erhellenden und immer unterhaltsamen Perspektivwechsel, den uns der Künstler anbietet, nicht zu verpassen.

Bastian Hoffmann beendete sein Studium 2015 mit Auszeichnung an der Kunsthochschule für Medien Köln (Prof. Wohnseifer/ Prof. Kuball) sowie an der Kunstakademie Düsseldorf (Prof. Grünfeld).

www.bastian-hoffmann.com

 

Vita

1983
geboren in Frankfurt am Main

2012 – 2015
Gaststudent an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Thomas Grünfeld

2012 – 2015
Studium an der Kunsthochschule für Medien Köln bei Prof. Mischa Kuball und Prof. Johannes Wohnseifer

2012
Staatsexamen in Kunst und Geographie an der Bergische Universität Wuppertal und Universität zu Köln

2006
Faculdade de Belas Artes de Lisboa



Einzelausstellung

2015
HOW TO, SSZ-Sued, Köln

2014
Bastian Hoffmann, EG Null – Raum für junge Kunst, Generali Deutschland, Köln



Gruppenausstellung (Auswahl)

2015
Ausweitung der Lernzone, Kunsthalle, Berlin Weißensee
The Graduation Edition, V_2 Institute for the unstable Media, Rotterdam NL
EMAF, European Media Art Festival Osnabrück
Kreuzberg Pavillon, Berlin
Videonale 15 Parcours, Bonn

2014
Audi Art Award, Boui Boui Bilk, Düsseldorf
Kunstfilmtage Düsseldorf
Die Ausstellung, Kunst im Tunnel (KIT), Düsseldorf
Galerie Januar, Bochum
Eden was never so close, Art Cologne
Zweiundzwanzig minus eins, Wirtschaftsministerium-NRW, Düsseldorf
Full Saturation, Kunstpavillon München
in rainbows, Plattformjungekunst, Kunstraum der Scheidt`schen Hallen, Essen

2013
lab30, Kulturhaus abraxas, Augsburg
Paraflows, Kunstverein „das weisse haus“, Wien
Daisy Chain, Köln
My Eyes Hurt, Art Cologne



Auszeichnungen und Stipendien

2016
DAAD-Stipendium, 6 monatiger Arbeitsaufenthalt in New York, USA

2015
Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für junge Künstlerinnen und Künstler
Projektförderung der Kunststiftung NRW

2006
Auslandsstipendium an der Kunstakademie Lissabon (Facultade de Belas Artes, Universidade de Lisboa)


Werke von Bastian Hoffmann:

Eden was never so close

Eden was never so close

Maximum Power II

Maximum Power II

Jürgen

Jürgen

O.T.

O.T.

Gilbert Floeck

1968 im Saarland geboren

„In meiner Wahrnehmung hat Gilbert Floeck etwas von Dr. Jekyll und M. Hyde. Da begegnet man einem sanften zurückhaltenden Mann, der im nächsten Moment ungeheuren Willen und Kraft versprüht. Wenn ich mich mit Ihm unterhalte, das gleiche Bild. Manchmal zurückhaltend leise und fragend. Dann plötzlich erscheint er kräftig, bestimmend und furchtlos. Und furchtlos muss man sein, um so etwas hier zu erschaffen.“ (Dr. Andreas Madaus, Köln)

„So etwas hier“ – damit ist die Installation „Deutzer Lichter“ gemeint, mit der der in Köln lebende und arbeitende Künstler Gilbert Floeck seit 2013 überregional auf sich aufmerksam macht. Auf über 30 Metern Länge und vier Metern Höhe zeigt Floeck Stahlskulpturen aus der Industrie-, Kunst- und Stadtgeschichte Kölns. Die nachts beleuchtete Arbeit, die unmittelbar an der meistbefahrenen Rheinbrücke zu sehen ist, markiert den bisherigen Höhepunkt im Schaffen des Kölners, der seit über 15 Jahren meist überlebensgroße Arbeiten aus Werkstoffen wie MDF, Glas und Rundstahl schafft: „Frauhundmann“, „Menschenmassen“, „Venus“, „Gräfin zu Fuss“, „Erden“, „Mülheimer Freiheit“ und „Hundemeute“ waren bzw. sind u.a. in Soest, Krefeld und Köln zu sehen.

Unübersehbar und unkonventionell, lustvoll und kraftvoll – so lässt sich das Werk Floecks charakterisieren, das stets auch neue Perspektiven auf Kunst und Gesellschaft eröffnet. Der ungewöhnliche Werdegang Floecks, der über eine Ausbildung zum Schriftsetzer an der Fachoberschule für Gestaltung und ein Studium der Sozialpädagogik zur Kunst kam, erklärt nur zum Teil die innovative Verbindung von Skulptur und Design sowie Installation und Performance, die sein Publikum immer wieder fasziniert. Zwischen den Polen der Reduktion (insbesondere die Faszination mit silhouettenhaften Formen und kaleidoskopartigen Überlagerungen) und Expansion (raumgreifende Arbeiten, die insbesondere den Werkstoff Stahl zu neuem Leben erwecken) zeugen seine Werke von einer ganz eigenen Kreativität und einem ungezügelten Schaffensdrang: Floeck macht die Form zum Erlebnis.


Interessante Links:

Website des Künstlers
Attendorn
Leuchtendes Kunstwerk verwundert Autofahrer | Express
Neues Wahrzeichen für die „Schäl Sick“ | Express
Attendorner Kulturstipendium | YouTube
Prächtige Schmach | Vimeo

Werke von Gilbert Floeck:

"Hundemeute"

"Glaskörper"

"Flora"

"Geballt"

Multiple "Familie Floeck"

Multiple "Mülheimer Freiheit"

"Mülheimer Freiheit"

"Menschenmassen"

"Deutzer Lichter"

Ludwig Kuckartz

1971 in Aachen geboren

Ludwig Kuckartz ist ein Mensch, der sich spielerisch alle Sinnes- und Lebensimpulse aneignet und zu einem individuellen Bild-Klang-Raum transformiert.

Ob als Installations-, Sound-, Video- oder Lichtkünstler, Kuckartz zeichnet und inszeniert in einer eigenen, sanften Sprache Licht und Ton zu einem Gesamtbild. Er nutzt den Zufall zur Unterstützung des Ausdrucks seiner Wahrnehmung und seines Gefühls – arbeitet wie mit einem Trichter, an dem er ein Ventil für Eintritt und Austritt von Licht und Ton regelt.

Seiner feinsinnigen „Spielsucht“ folgt Kuckartz konzeptuell sehr vielseitig und realisiert diese in Ausstellungs-, Video- wie Theaterarbeiten gleichermaßen – seit Jahren auch in genreübergreifenden Musik-Video-Performanceprojekten wie „milbensicher“ und „SONNE_BAD“ .

Vier Jahre in Folge war Ludwig Kuckartz bei der OSTRALE in Dresden, einem der größten Festivals für zeitgenössische Kunst in Europa, mit Installationen vertreten. Zuletzt 2012 mit der Arbeit „einHAUS“, einer Videoinstallation. In einem großen Teil eines Heubodens standen ein Setzkasten und ein Stuhl. An der Wand drei Schatten. Der dritte gehörte einem im Handstand tanzenden Menschen. Der Zuschauer warf bei Eintritt in die Installation den vierten Schatten. Möwen glitten mechanisch-fließend über die Wand. Das Geräusch war granular-synthetisch, erfüllend, meditativ. Eine Kulisse aus verschiedenen zusammengefügten Klängen, die ein unaufdringliches Ganzes schufen. Musik, die nicht da ist, die man dennoch hört.

Der Betrachter ist bei Ludwig Kuckartz‘ Arbeiten ein Teilnehmer und Mitgestalter eines „weiträumigen“ künstlerischen Erlebnisses.


Interessante Links:

Website des Künstlers
Ludwig Kuckartz on vimeo
milbensicher on soundcloud
sonne_bad on facebook
milbensicher on facebook

Werke von Ludwig Kuckartz:

WEEKENTJE TAPIJN

einHAUS

sonne_bad No5

milbensicher WASCHEN

milbensicher WASCHEN

einHAUS

WEEKENTJE TAPIJN

einHAUS

einHAUS

Kayo

lebt und arbeitet in Köln

Kayo (*1980 in Hamburg) arbeitet seit 1995 mit dem Medium Autolack im öffentlichen Raum. Anfänglich ausschließlich illegal, doch mit den Jahren zunehmend im legalen Graffiti-Bereich, mit Schwerpunkt des Auftrags-Graffiti.

Seit 2009 verfolgt er das Ziel, lokale Flächen im öffentlichen Raum zu gestalten, um die Stadt und ihr Umfeld aufzuwerten und den Menschen einen besseren Zugang und einen anderen Blickwinkel für die Graffiti-Kultur zu ermöglichen. Dies ist allerdings, in Bezug auf die Beschaffung von öffentlichen Flächen, in neunzig Prozent der Fälle nicht einfach, da schon im Vorfeld eine sehr negative Meinung gegenüber der Thematik „Graffiti“ besteht.

Die Intention des Vorhabens liegt darin, durch die Vermischung von z. B. massenkompatiblen sowie Graffiti-Styles, die unterschiedlichen Interessengemeinschaften miteinander zu verschmelzen, sodass Vorurteile abgebaut werden und somit die Toleranz gegenüber der jeweils anderen Partei wächst.

Neben seinem Studium zum Kommunikationsdesigner ist Kayo unter anderem in unterschiedlichen Ländern (z. B. Russland, Indien) als Kulturbotschafter tätig, realisiert dort Kulturprojekte und unterrichtet unter anderem das Fach Graffiti in Schulen.

Weitere Informationen unter: kayonatez.de


Werke von Kayo:

Kirk Douglas

Charlton Heston

Henry Fonda

Cary Grant

Shirley Temple

Gregory Peck

Burt Lancaster

Betty Davis

Jens-Ole Remmers

lebt und arbeitet in Hamburg und Nürnberg

Ursprünglich hat Jens-Ole Remmers eine Ausbildung zum Bau- und Möbeltischler und eine Holzbildhauerlehre in Frankfurt am Main absolviert, bevor er 2007 das Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, bei den Professoren Claus Bury und Ottmar Hörl, aufgenommen hat.

Zu seinem Œuvre gehört unter anderem die Werkgruppe der so genannten „Brands“, für die der Künstler aus den Logos – den originalen Ausschnitten – von schreiend bunten Obst- und Gemüsekisten (Wand-)Objekte fertigt, die spontan Assoziationen zur Pop Art evozieren. Remmers verarbeitet ausgewählte grafische Images bestimmter Produkte und stellt sie – mit teils ironischen Anspielungen – in neue optische Zusammenhänge. Nicht die Waren selbst, Äpfel oder Bananen, sind Thema der jeweiligen Arbeit, sondern das für sie entwickelte „Brand“, das Logo und Design, welches das bezeichnete Produkt bewerben und von anderen unterscheiden soll – eine Intention die in Remmers Werk ad absurdum geführt wird. „Aus dem was eigentlich nur Mittel ist – Transportkiste mit Werbe-Aufdruck – wird im Kunstwerk Selbstzweck.“

» http://www.jensoleremmers.de


Werke von Jens-Ole Remmers:

GLOBAL PLAYER

Chiquita sunrise

BRANDS / BLOC

BRANDS / Turbine

Sebastian Kusenberg

lebt und arbeitet in Berlin

Der Großstadtmensch Sebastian Kusenberg – 1958 in Hamburg geboren und aufgewachsen – lebt seit 1988 in Berlin, ist diplomierter Fotodesigner und Meisterschüler der Universität der Künste in Berlin. Kusenberg arbeitet allein – mit einer Plattenkamera und einem altmodischen Luftdruckfernauslöser. Das Bild entsteht während der relativ langen Belichtungszeit von einer Minute: zwischen dem Moment des Einrichtens der Kamera und der Handlung während der Belichtungszeit. Diese rückt die Figuren ins Schemenhafte, das Gegenlicht verschleiert die Szenerie, doch in den Randbereichen wird das Geheimnisvolle gestochen scharf.

In diesem Zwischenraum gibt der Fotograf die Kontrolle des Apparats auf und überlässt die Bildregie dem Zufall.

Eher zufällig findet Sebastian Kusenberg auch die verlassenen Häuser und verwaisten Höfe – die Rahmenhandlungen. Keine malerische Umgebung, keine überwältigenden Panoramen oder üppige Vegetation. Das „Wo“ spielt in der Serie „ HARD WORK – sweet dreams“ keine Rolle.

Eine Figur lugt durch den Spalt einer Mauer in einer Wohn- oder Schlafstube. Die Tapete ist verblasst, die Struktur des Geästs vor den Fenstern setzt sich in den feinen Rissen im Inneren fort. Ob Krimi oder Komödie, dürfen wir als Betrachter selbst ausmalen. Auf einem Speicher kehrt ein Mann Staub und Schutt, mit einer Egge und sichtbar körperlichen Einsatz. Wer ist der Mann und warum kehrt er seinen Schuppen mit einer Egge?

Erinnerungen. Hinweggefegt. Das Gegenlicht, das durch Ritzen und Luken dringt, hüllt das Ambiente in einen Schleier. Parallel dazu die Bewegungsunschärfe des Mannes. Das Gesicht im Halbprofil, kaum erkennbar. Ein Unbekannter. Unbekannt ist auch der Mann, der den Heuballen ohne Gerätschaft versetzt. Oder derjenige, der die bedrohlich nach vorn gebogene Tanne stützt. Warum sind die Männer da?

Die Serie „HARD WORK – sweet dreams“ unternimmt die Reise in eine geheimnisvolle Welt, die der Künstler nicht plakativ ausmalt, sondern wie eine Plattform ausbreitet, auf der wir die Geschichten im Moment des Betrachtens erinnern.

Weitere Informationen unter: www.sebastiankusenberg.de


Werke von Sebastian Kusenberg:

HARD WORK – sweet dreams

HARD WORK – sweet dreams

HARD WORK – sweet dreams

HARD WORK – sweet dreams

HARD WORK – sweet dreams

HARD WORK – sweet dreams

HARD WORK – sweet dreams

HARD WORK – sweet dreams

HARD WORK – sweet dreams

Pavel Sinev

lebt und arbeitet in München

Pavel Sinev stammt aus einer großen Familie. Als Kind begann er Dinge, die er nicht haben konnte – Spielzeug etwa oder Süßigkeiten – stattdessen auf Papier zu Zeichnen. Heute zeichnet der Künstler, ehemaliger Student der Freien Kunst bei Prof. Hermann Pitz in München, noch immer. Er ist den Linien seiner Zeichnungen treu geblieben. Nur überträgt er diese jetzt in sein skulpturales Œuvre, indem er Objekte aus Draht, Seilen, Schläuchen und vor allem Kabeln formt. Pavel Sinev modelliert dreidimensionale „Zeichnungen“ im Raum und macht sie so im wahrsten Sinne des Wortes „greifbar“.

Aus langen, durchgehenden Strängen Kabel entstehen – mit Hilfe von Kabelbindern – Blumenvasen, Totenköpfe, Schuhe, Büsten, Torsi, Musikinstrumente oder „Bobby-Cars“, meist in Originalgröße, teilweise illuminiert und mit Steckern oder Schaltern, Leuchtmitteln oder Lüsterklemmen, ergänzt. Mit einfachen Materialien, gerade solchen, die die meisten Menschen im Alltag und vor allem Künstler in ihren Arbeiten am liebsten verstecken, schafft Pavel Sinev Abbilder seiner „Wünsche, Ängste und Träume“.

Er wählt Motive und Alltagsgegenstände, die er mit Glück und Zufriedenheit, Leben und Tod, Liebe und Natur in Verbindung bringt. Dabei greift er auch immer wieder auf klassische Sujets und skulpturale Konzepte der Kunstgeschichte zurück und setzt sie humor- und kunstvoll zugleich um.

Seine Blumenvasen erinnern trotz ihrer spezifischen Beschaffenheit an klassische Stillleben, seine Totenschädel lassen an Vanitassymbolik und Memento-mori-Darstellungen denken, seine Version des gekreuzigten Christus ist von innen beleuchtet und seine Fassung der Büste der Nofretete trägt eine Gasmaske und den Titel „Beauty and the Beast“. Andere Objekte, wie Schuhe, Flaschen, E-Gitarren, Kinderspielzeug, Lampen oder sogar Autos evozieren unmittelbar Assoziationen zur Pop Art. Doch woran der Betrachter auch immer denken mag, für den Künstler hat jedes seiner Objekte eine persönliche Bedeutung – sie sind für ihn immer wichtiger als der reale Gegenstand.

Weitere Informationen unter: Flachware.de, Pavel Sinev


Werke von Pavel Sinev:

Gesicht des Todes

Size 39

Kinder Falle

o.T.

Draw & Drive (Detail)

Draw & Drive

Beauty and the Beast

iFlowers

E-Gitarre

Jens-Ole Remmers

lebt und arbeitet in Hamburg und Nürnberg

Ursprünglich hat Jens-Ole Remmers eine Ausbildung zum Bau- und Möbeltischler und eine Holzbildhauerlehre in Frankfurt am Main absolviert, bevor er 2007 das Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, bei den Professoren Claus Bury und Ottmar Hörl, aufgenommen hat.

Zu seinem Œuvre gehört unter anderem die Werkgruppe der so genannten „Brands“, für die der Künstler aus den Logos – den originalen Ausschnitten – von schreiend bunten Obst- und Gemüsekisten (Wand-)Objekte fertigt, die spontan Assoziationen zur Pop Art evozieren. Remmers verarbeitet ausgewählte grafische Images bestimmter Produkte und stellt sie – mit teils ironischen Anspielungen – in neue optische Zusammenhänge. Nicht die Waren selbst, Äpfel oder Bananen, sind Thema der jeweiligen Arbeit, sondern das für sie entwickelte „Brand“, das Logo und Design, welches das bezeichnete Produkt bewerben und von anderen unterscheiden soll – eine Intention die in Remmers Werk ad absurdum geführt wird. „Aus dem was eigentlich nur Mittel ist – Transportkiste mit Werbe-Aufdruck – wird im Kunstwerk Selbstzweck.“

» http://www.jensoleremmers.de


Werke von Jens-Ole Remmers:

Lichtwerk

BRANDS / MOND

BRANDS

BRANDS

Jae Jin Park

lebt und arbeitet in Düsseldorf

Die Arbeiten der in Chungnam, Korea geborenen Künstlerin Jae Jin Park beschäftigen sich thematisch mit den Wechselwirkungen von Raum und Licht.

Dabei nutzt die Meisterschülerin von Prof. Daniel Hausig (HbK, Saar) die Gattungen von Fotografie, Installation und Objektkunst.

Von der Fotografie realer Orte und dem Erstellen von Modellkopien ebendieser ausgehend, werden ihre Modelle zu Objekten, die sich wiederum zu Rauminstallationen verbinden.

Dabei interessiert Jae Jin Park jedoch nie der gefüllte, aktuell belebte Raum, sondern immer der (menschen-)leere Raum und die darin befindlichen Lebensspuren von Menschen, die sie mit ihren Lichtinterventionen zu definieren sucht.

Ihre Raum- und Lichtobjekte, von außen betrachtet klar definierte, geometrische Formen, geben beim Hineinsehen den Blick frei auf eine fiktive Architektur, eine Vielzahl von vermeintlichen Räumen und Gängen. Ein Blick in ein solches Objekt stellt die Wahrnehmung von realer und fiktiver Dimension des zu sehenden Raums in Frage und evoziert mitunter Assoziationen einer modernen Version von „Alice im Wunderland“ und den Wunsch sich in die viel zu kleinen Räume zu begeben, um diese und die Quellen des Lichtes zu erkunden.

Denn „Licht ist ein Zeichen, dass etwas belebt ist, bewohnt, existiert.“ Damit meint die Künstlerin „das ‚innere‘ geistige Licht im Menschen und das natürliche und künstliche ‚äußere‘ Licht, welches den äußeren Raum definiert und sichtbar macht.“ So sind Jae Jin Parks Arbeiten immer „ausgewählte Möglichkeiten des Zusammenspiels von Licht und Raum.“

» http://jaejinpark.com/


Werke von Jae Jin Park:

Fliegender Raum

Fliegender Raum

Lichtraum

Lichtraum

Lichtraum

Lichtraum

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