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Unsere bisherigen Künstler/innen des Monats

Denise Winter

lebt und arbeitet in Köln und Berlin

Am Anfang eines neuen Werkes von Denise Winter steht meist ein situativer Eindruck aus ihrer Umgebung, den sie zunächst fotografisch oder filmisch erfasst. Durch die künstlerischen Mittel von Isolierung, neuer Zusammensetzung und Wiederholung transformiert und verfremdet sie die Vorlage, bis ihre Spuren nur noch erahnbar sind. Ecken, Kanten und Umrisslinien von Architekturen und Straßenansichten werden so in reduzierte Objekte, Skulpturen, fotografische Bilder und Projektionen umgeformt. Bei dem Werk A M aus der Serie der Prototypen werden zum Beispiel Konturen des fotografischen Motivs aus einer weißen Corian-Platte herausgefräst, sodass verschiedene Tiefenebenen und Oberflächenstrukturen entstehen. Die Komposition aus Linien und Formen tritt in den Vordergrund und löst das der Bildvorlage inhärente Figurative ab.
Denise Winter wechselt spielerisch Materialien und Medien. So finden sich in ihrem Werk sowohl spontan anmutende Installationen als auch maschinell aufwändig hergestellte Objekte. Von besonderer Wichtigkeit ist dabei immer die Sichtbarkeit des Prozesses der handwerklichen oder technischen Herstellungsweise.

Die Dias für ihre Projektoren-Installationen wie beispielsweise raumtasten, Raum-Zeit_Fragmente(Damaskus) und kalben_umgekehrt sind ebenfalls per Hand gefertigt. Sie werden in den gesamten Ausstellungsraum hineinprojiziert. Bildausschnitte überlagern sich oder werden um Kanten und in Ecken oder auf Objekte und Personen gelegt. Damit analysiert und fokussiert Denise Winter architektonische Besonderheiten. Es entstehen Raumgrafiken, die sich im Rhythmus der Projektoren und durch die Bewegung der Personen im Raum stetig verändern.

In ihren Schreibmaschinenzeichnungen werden Buchstaben mit einer Schreibmaschine über Kanten und Brüche getippt. Sie verbinden die Papierteile miteinander und erinnern an den Faden einer Nähmaschine, der Stoffteile zusammenhält. Durch das Falten des Papiers entstehen dreidimensionale, beschriftete Formen. Diese Formen werden hier nicht wie in Winters installativen Projektionen und den Objektarbeiten durch die Reduktion von architektonischen Elementen, sondern durch die Größe der Textfelder bestimmt. Sprache und Schrift dienen als Formengeneratoren. Der Text verwandelt sich in eine Zeichnung.

Für die Serie der bewegten Grafiken verwendet die Künstlerin kurze Videosequenzen. Sie zeigen schwarze, wellige oder stachelige, runde Formen. Unein­deutige Stimmen und Geräusche sind zu hören. Die Objekte erscheinen reduziert auf Details oder sind gegen das Sonnenlicht aufgenommen. Dadurch lassen sie sich nur noch als Umrisslinien oder animierte Grafiken erkennen. Diese filmischen Grafiken projiziert Denise Winter auf verschiedene Materialien oder – wie in der Arbeit Acrylglaskastengrafik – auf rotierendes Papier. Wie eine abstrakte und nicht lesbare Typografie erscheinen die kurvenförmigen und geschwungenen Linien der gefilmten Sequenz. Anhand dieser Arbeit wird deutlich, dass Denise Winters Kunstwerke auf reduzierte Weise das Besondere aufzeigen, das sich in alltäglichen Situationen finden lässt, sobald der Blick dafür geschärft ist.
(Text: Samira Yildirim)

www.denisewinter.de


Werke von Denise Winter:

A M aus der Serie der Prototypen

A M aus der Serie der Prototypen

Atrium. Wo das Schaf und der Wolf aus dem Pelz kamen

raumtasten

Kalben_umgekehrt

Schatten_projiziert

Schatten_projiziert

formformform

Acrylglaskastengrafik

Cameri

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